Ich bin doch kein Hund! – Stöckchen

Ich bin erklärter Katzenmensch. Das ist keine Neuigkeit.

Aber Stöckchen fange ich doch, manchmal, ganz selten, vielleicht… nur wenn es vom tollsten Kopfkompass kommt, bestimmt.
Von ihm also bekam ich 10 Fragen (nachdem er selber 10  beantwortet hat) und ich werfe 10 neue weiter. Ready? GO!

1 Wenn alle Lieblingsmenschen freudig mitkämen: Wo willst du leben?
Erstmal ein  bisschen langweilig, aber ich vermute bei aller Hipness und das sind doch ohnehin alle und dem ganzen anderen bla: eigentlich wäre ich in Berlin gerade wirklich zu gut aufgehoben. Aber es gibt auch viele Orte, die ich noch kennenlernen muss, sonst kann ich gar nicht wissen, ob ich nicht lieber dort leben will

2 Wenn man dir unter der Bedingung, dass er sich von den restlichen 7 grundlegend Unterscheiden müsste eine 8. Wochentag schenkte: Was würdest du damit machen?
Zeit verbringen mit den Liebsten. Dinge tun, die sich nur zusammen machen lassen, und für die oft die Zeit fehlt, weil mindestens 1 das einfach nicht hinbekommt. Projekte, an denen das Herz hängt, endlich verwirklichen. Raus gehen.

3 Bezüglich welcher Situation hast du erst neulich wieder gedacht: Mist, dass einem so eine Voll-auf-die-12-Formulierung immer erst hinterher einfällt?
Tja, das scheint hier so eine zu sein. Trage ich dann nach, wenn es mir hinterher einfällt.

4 Wer ist deiner Meinung nach inakzeptabel unterschätzt?
Kinder.
Oft werden sie ja nicht einmal behandelt wie „echte“, vollwertige Menschen.

5 Und wer wird hoffnungslos überbewertet?
Na, der weiße, heterosexuelle, mittelalte Cis-Mann aus der gebildeten (mindestens) Mittelschicht. Weil so oft vergessen wird, dass sein Leben, sein Wissen und seine Möglichkeiten nicht universell sind.

6  Was war in echt viel einfacher als du dachtest?
Zulassen

7 Und was viel schwerer?
Äh… Super Mario World? (So vieles. Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich es wahrscheinlich nicht versucht. Also verrate ich das auch nicht. Es lohnt sich ja doch immer.)

8 Hast du nach dem Bekanntwerden der Geheimdienst-Überwachung irgendetwas an deinem Online-Verhalten geändert? Hältst  du das durch?
Nope. Ich glaube das gefühlte Sicherheit noch viel gefährlicher ist und es absolute nicht gibt. Bei manchen Dingen war ich ohnehin schon immer paranoid bis vorsichtig.

8 Linux, Windows oder Mac Os? Und warum?
Alles.
Gerade sitze ich an einem Mac OS Lion – weil dieses Macbook ein wundervolles Geschenk war und mich heute so schön wärmt.
Am Desktop habe ich noch ein Windows7  – weil es vorinstalliert war, ich es für Dinge brauchte und ich noch nicht dazu kam, dagegenran etwas zu tun  – mit dem ich mich wohl niemals anfreunden werde. Mimimi. (Immerhin ist es zu Spielen ganz praktisch)
Ansonsten hatte ich seit 2007 immer ein Ubuntu, zuletzt 12.4 (aber mit Gnome), sowas hätte ich dann auch ganz gerne bald wieder.  Vielleicht eher Xubuntu. Jetzt, wo ich wieder DSL habe, ist es eigentlich Zeit für eine Installparty.

10 Mal ehrlich: Wie zum Teufel merkst du dir, wo rechts und links ist?

Klingt ein wenig kitschig, aber ist tatsächlich wahr: im Zweifel überlege ich, wo mein Herz schlägt. Kommt selten vor, funktioniert immer.

Von @maria3ks, @LetsHaveaABaby und @dierudola wüsste ich auch gerne das ein oder Andere. Nämlich:

1. Ich hasse, wie im November alles dunkel wird und liebe den Advent für seine Lichter und das alles. Weihnachten stresst mich so gar nicht und ich liebe Rituale. Ich muss mich  als Feiertagsliebhaber_in outen. Magst du den Dezember, die Feiertage, das alles? Oder nicht?

2. Weil es mich dank herzteile gerade sehr beschäftigt und ich es jemandem versprochen habe: Spielen. Ja, nein, vielleicht? Wenn ja: was, wie und warum (nicht)?

3. Hüte, Mützen, Tücher – magst du Kopfbedeckungen?

4. Wen oder was sollte ich unbedingt lesen und warum? 1 Blog, 1 Buch, 1 Twitteracount?

5. Können Einhörner fliegen?

6. Was macht dir Angst?

7. Und was Hoffnung?

8. Menschen machen Fehler. Und dann?

9. Wie gesagt, ich liebe Rituale. Hast du welche?

10. Was fehlt?

Some Updates

Hello, Hello –

in den letzten Monaten habe ich gar nicht so wenig gebloggt, aber doch weniger als ich eigentlich wollte.
Vor allem das Fehlen einer vernünftigen Internetverbindung hat mir den Spaß oft verleidet. Das ist vorbei, seit heute habe ich wieder echtes Netz! Rock’n’Roll!
Auf den musikalischen Jahresrückblick müssen wir in diesem Jahr wohl eher verzichten, aber vielleicht fällt mir dennoch eine hübsche Alternative ein (oder ich werde von einer Inspiration überfallen, wer weiß das schon?)

Ich habe außerdem ein neues Spiel_feld: auf herzteile geht es um (surprise!): Spiele. Warum wir spielen, was wir spielen, wannwiewomitwem und was das so mit uns macht. Unter anderem. Davon habe ich letztes Wochenende auch bei trackback erzählt. Come have a look or listen!

Es kann sehr gut sein, dass ich euch in den nächsten Tagen mit einem Haufen Blogposts belästige und dann wieder für Wochen in der Versenkung verschwinde. Aber vielleicht auch nicht. Ich bin gespannt!

Ohai S(h)elfies – Irgendwas mit „Intellektualität“ und Abgrenzung

Gestern erschien in der Vice ein Text über Selfies vor dem Holocaustmahnmal. Ich habe ihn nicht gelesen.
Heute waren da Menschen auf Twitter, die ihre Bücherregale fotografierten, statt sich selber, oder wie @milenskaya schrieb:

Und dann waren da Menschen, die sich darüber aufregten. Und wie immer streiten ganz schnell alle und in meinem Kopf war nur Verwirrung und irgendwas ärgert mich.

Ich versuche das hier zu sortieren und zu greifen, mein erster Gedanke dazu war:

Ironischerweise habe ich mal einen Blogtext begonnen und bis heute nicht fertiggestellt, über die Frage, was Bücherregale über ihre Besitzer_innen verraten. Oder eben nicht.

Aber die Verknüpfung Bücherregale = intellektuell.
Und überhaupt. All die Dinge in meinem Kopf.
Intellektuell = gut?
Intellektuell = böse?

Was soll das?
Ich lese, seit ich lesen kann. Immer ständig und alles.
Das hat mich nicht intellektuell gemacht. Das hat mir geholfen beschissenen Situationen zu entfliehen, das hat mir geholfen, mich von Unruhe und lauten, anstrengenden Momenten abzugrenzen. Das hat mir geholfen sozialer Interaktion aus dem Weg zu gehen. Und es hat mir bunte, schöne, aufregende, traurige und manchmal auch ziemlich platte, flache, klischeebeladene Welten eröffnet.
Als ich klein war und lesen konnte, besaß meine Oma einen Barschrank, der von oben bis unten gefüllt war mit lustigen Taschenbüchern. Später kaufte sie mir jede Woche das Micky Maus Magazin.
(Heute kauft sie es wieder. Oder lässt es kaufen, weil sie es selber kaum aus dem Haus schafft. Damit mein Kind den selben Spaß daran hat)
Jahrelang hat meine Familie mein „Bücherfressen“ gleichzeitig belächelt und unterstützt. Mit Pferdebüchern. Mit der „Mädchen“-Reihe unter den Schneiderbüchern. Später mit Thrillern und Liebesromanen.
So
fucking
intellectual.
Ich habe mich intellektuell gefühlt, wenn ich den Kölner Stadtanzeiger gelesen habe, statt den Express.

Viel später habe ich angefangen das zu lesen, was wohl Literatur heißt. Und alles aufgesogen. Mit Sachbüchern tue ich mich bis heute schwer, wisschenschaftliche Texte (jaja, sowas kann ich auch.) besitze ich zumeist als PDFs . Den allergrößten Teil meines wirklich breiten Allgemeinwissens habe ich aus mittelprächtigen Romanen und dem Internet.
Mein Computer ist 100mal „intellektueller“ als meine Bücherregale es jemals sein werden.
Meine Bücher machen mich zu einem Menschen, dier Bücher liebt. Meine Bücher machen mich glücklich und traurig und stehlen mir Zeit und schenken mir Geschichten und Gefühle und Anstöße über Dinge nachzudenken.
Meine Bücher machen mich nicht intellektuell.

Ich rege mich auf, wenn Menschen Intellektualität als „Gedöns“ abtun, und nur was für die da oben im Elfenbeinturm. Diese Haltung hat mich so viel gekostet, mich um so viel gebracht.
Aber genauso regt es mich auf, wenn Intellektualität über andere erheben soll. Wenn sie doch im Elfenbeinturm sitzt.
Ich rege mich immer und jedes mal auf, wenn „wir“ besser sind als „die“. Auch wenn keine das so explizit sagt.

Ich lese, weil lesen mir sehr viel gibt. Aber ich bin nicht besser als die Menschen, die nicht lesen.

And I make selfies if i want to.
Foto am 21.11.13 um 10.32

(Und nur noch mal zur Sicherheit: Das ist nicht gegen irgendwelche Menschen, die irgendwelche Dinge twittern. Das sind die Gedanken, die mir zu diesen Tweets kamen. Ich verlinke später auch noch Dinge. Aber erst mal musste das raus.)

Herztanken

Umgebt euch mit Menschen, die euch gut tun.

Ich weiß, das ist oft leichter gesagt als getan. Verpflichtungen, Zeitdruck, Fernbeziehungen (und damit meine ich ganz besonders auch andere als romantische), social awkwardness und vieles vieles mehr können das so sehr erschweren. Und je schwerer es ist, (oder auch nur scheint) desto leichter rutscht es auf der Prioritätenliste nach hinten, desto häufiger stellt sich die Frage, ob das den Aufwand denn jetzt auch wert ist.

Eine Umarmung, gemeinsames Lachen, Diskutieren, Lösungen finden, Ideen verwerfen und das Verspeisen frittierter Kartoffelprodukte – das alles  hilft so sehr Kraft zu tanken, Mut zu schöpfen, sich mit Bildern und Erinnenrungen und Zusammenhalt vollzutanken.

Verbringt Zeit mit Menschen die euch gut tun! Please.

Das Frühstück mit der Maus

Wir haben Rituale in dieser Familie. Und manchmal recht starre Strukturen, die, wenn sie fehlen alles durcheinander bringen. Aber ein Ritual ist ganz wichtig und wirft die ein oder andere der Regeln einfach über den Haufen.

Sonntags frühstücken wir spät. Und in meinem Bett. Und dazu läuft der Fernseher.

Das Kind geht Brötchen holen, ich mache derweil Kaffee, Tee, Kakao oder was sonst  so getrunken wird und pünktlich um 11:30 wird das Bett vollgekrümelt, während Maus und Elefant kleine Probleme mit kleinen Tricks lösen. Wer hier Sonntags zwischen halb zwölf und zwölf anruft (oder ab 20:15 *hust*) riskiert unhöfliche Reaktionen. Die Sendung mit der Maus ist heilig.

Es gab Phasen in denen ich die Maus gucken wollte und das Kind mitmachen musste, jetzt saugt er gespannt und konzentriert jede Minute auf. Ich mag das Konzept der sich abwechselnden Lach- und Sachgeschichten, oft aber auch die Themenmaus, in der ein einzelner, langer, oft spannender Beitrage von Maus und Elefant unterbrochen wird.

Mein Favorit der letzten Jahre war die äußerst berührende Maus zum Tod am Totensonntag 2012. Das sah ich zum ersten Mal, dass die Kinder gewarnt wurden, diese Sendung doch nicht alleine und lieber mit eine_r_m Erwachsenen zu schauen. Ein Rat, den ich auch für Erwachsene angemessen fand. In dieser Folge erfand Armin einen Zwillingsbruder, der gestorben war und illustrierte entwaffnend realistisch, was dann geschieht. Und immer, wenn es besonders schwer zu werden drohte, kam ein kleiner Clip von Maus und Elefant.

Ich mag Armin, Christoph und (genau wie das Kind) besonders Ralph. (Nicht immer ganz so glücklich bin ich mit seiner Pubertätsreihe „Du bist kein Werwolf“ Aber dazu mehr an anderer Stelle). Der moderiert dazu noch das wunderbare Wissen macht Ah! für etwas ältere Kinder – und Klugscheißer jeden Alters – mit der großartigen(!) Shary Reeves.

An der Maus mag ich auch die äußerst sympathischen, unaufgeregten Zugänge auch komplexe Dinge einfach zu erklären. Ich liebe das einfache erklären. Sehr.

Ich bin da nicht die Einzige, die Maus wird zu einem sehr großen Teil von Erwachsenen gesehen. Von Eltern und Großeltern und anderen Bezugspersonen, die die Sendung mit Kindern schauen, aber auch von solchen, die, als die Kinder groß wurden, nie damit aufhörten oder ehemaligen Kindern, die nach einigen Jahren wieder beginnen zu schauen.

Einerseits ist es eine große Freude, dass die Maus sich in all den Jahren seit der ersten Sendung 1971 nur zaghaft verändert hat. Christoph erklärte in einem Interview in der taz, dass der gemeine Maus-Zuschauer da auch sehr konservativ sei.

Zu bemängeln indes ist die mangende Diversität. Alle drei Moderatoren sind weiße Männer unterschiedlichen Alters und auch die Lachgeschichten präsentieren doch die immer wieder gleichen Familien.

Selbst dem Kind fiel auf, dass die „ganz normalen Kinder“ in der Ringelgasse 19 doch ziemlich gleich (und weiß) sind. Ist das das „normal“?  … nunja. Diversität sieht anders aus. Leider.

Denn sonst ist die Maus eine Sendung, für die ich mir einreden kann mit dem Rundfunkbeitrag ein Abo abgeschlossen zu haben.

Entuschuldigt mich jetzt, ich muss mein Bett frisch beziehen.

Hosen, Kleider, ich.

Ich denke nach über Feminität und Genderperformance, genau wie parallel Bäumchen, die diese Woche auch in den NaBloWriMo eingestiegen ist. Yay!

Dazu passend schreibt Nicole über Ihre Kleiderwahl, wozu ich einen Kommentar verfassen wollte, um aber nach 300 Wörtern zu bemerken, dass das vielleicht doch auch ein eigener Text ist. So: lest dies im Zusammenhang zu Hallo Hosenwelt!, please!

Ich liebe Kleider, ich mag Röcke und Hosen sind da so eine Sache.

Ich vermute ich habe den ganzen Sommer über vielleicht 1 von 10 Tagen Hose getragen, wenn überhaupt. Schlicht, weil ich nicht musste.
Kleider, sind einfach, ja. Und sie machen es mir auch leicht. Weniger Ärger mit Passform, weniger Kombinationsmöglichkeit, weniger streiten mit dem Körper. Sie gehen auch nicht einfach an den Oberschenkeln kaputt, wie es jede einzelne meiner wenigen wirklich gemochten Hosen in den letzten Monaten getan hat.

Ich finde keine neuen. Ich finde nur Hosen, die ich anziehen kann, keine, die ich mag. Und, surprise: sie sind fast ausnahmslos aus der „Herrenabteilung“.
Meine Lieblingshose, die sich in der letzten Woche nun endgültig in einen Fetzen verwandelt hat, ist eine viel viel viel zu große „Herren“jeans.
In der fühle ich mich wohl und sicher. Wie überhaupt, in dieser Kleidung die für Männer hergestellt wurde. Früher habe ich oft Hemden getragen (weil ich Brüste habe, mussten dann auch die viel zu groß sein). Heute ist der XL-Herrenhoodie mein liebster Begleiter, sobald es kühler wird, hier, weil die Kapuzen bei dem „Damen“-Modellen offenbar meist nur Alibi-Funktion haben, aber mir doch so wichtig sind!
Das ist seltsam, weil diese Art mit Kleidung eine Identität, einen Stil zu performen offenbar zu komischen Annahmen füht.
Viele Menschen, die mich häufig sehen und demnach ganz gut kennen müssten, behaupten seit Jahren wiederholt ich würde doch nie Röcke tragen, oder wundern sich, wenn ich von einem Kleid rede.
Ich bin jedes Mal aufs neue irritiert darüber , weil das einfach nicht stimmt. Ich bin ziemlich sicher, überdurchschnittlich oft Röcke zu tragen, zumindest so lange es nicht kalt ist.
Aber offenbar führt meine sonst eher „männlich“ gelesene Kleidung dazu, dass das untergeht, dass da ein Bild von mir ist, das sich einfach über die Kleider und Röcke drüber legt.

Das ist interessant.

Ich überlege, ob das auch zu meinem Umgang mit Make Up passt, etwas das ich liebe, aber nicht regelmäßig verwende. Wenn, dann neige ich aber dazu es zu zelebrieren und es fühlt sich ganz zu-mir-passend, richtig an.

Genau wie der Nagellack, den ich fast immer trage, der auffällt, wenn er fehlt.

Ich habe auch hier noch nicht zuende gedacht.