Hosen, Kleider, ich.

Ich denke nach über Feminität und Genderperformance, genau wie parallel Bäumchen, die diese Woche auch in den NaBloWriMo eingestiegen ist. Yay!

Dazu passend schreibt Nicole über Ihre Kleiderwahl, wozu ich einen Kommentar verfassen wollte, um aber nach 300 Wörtern zu bemerken, dass das vielleicht doch auch ein eigener Text ist. So: lest dies im Zusammenhang zu Hallo Hosenwelt!, please!

Ich liebe Kleider, ich mag Röcke und Hosen sind da so eine Sache.

Ich vermute ich habe den ganzen Sommer über vielleicht 1 von 10 Tagen Hose getragen, wenn überhaupt. Schlicht, weil ich nicht musste.
Kleider, sind einfach, ja. Und sie machen es mir auch leicht. Weniger Ärger mit Passform, weniger Kombinationsmöglichkeit, weniger streiten mit dem Körper. Sie gehen auch nicht einfach an den Oberschenkeln kaputt, wie es jede einzelne meiner wenigen wirklich gemochten Hosen in den letzten Monaten getan hat.

Ich finde keine neuen. Ich finde nur Hosen, die ich anziehen kann, keine, die ich mag. Und, surprise: sie sind fast ausnahmslos aus der „Herrenabteilung“.
Meine Lieblingshose, die sich in der letzten Woche nun endgültig in einen Fetzen verwandelt hat, ist eine viel viel viel zu große „Herren“jeans.
In der fühle ich mich wohl und sicher. Wie überhaupt, in dieser Kleidung die für Männer hergestellt wurde. Früher habe ich oft Hemden getragen (weil ich Brüste habe, mussten dann auch die viel zu groß sein). Heute ist der XL-Herrenhoodie mein liebster Begleiter, sobald es kühler wird, hier, weil die Kapuzen bei dem „Damen“-Modellen offenbar meist nur Alibi-Funktion haben, aber mir doch so wichtig sind!
Das ist seltsam, weil diese Art mit Kleidung eine Identität, einen Stil zu performen offenbar zu komischen Annahmen füht.
Viele Menschen, die mich häufig sehen und demnach ganz gut kennen müssten, behaupten seit Jahren wiederholt ich würde doch nie Röcke tragen, oder wundern sich, wenn ich von einem Kleid rede.
Ich bin jedes Mal aufs neue irritiert darüber , weil das einfach nicht stimmt. Ich bin ziemlich sicher, überdurchschnittlich oft Röcke zu tragen, zumindest so lange es nicht kalt ist.
Aber offenbar führt meine sonst eher „männlich“ gelesene Kleidung dazu, dass das untergeht, dass da ein Bild von mir ist, das sich einfach über die Kleider und Röcke drüber legt.

Das ist interessant.

Ich überlege, ob das auch zu meinem Umgang mit Make Up passt, etwas das ich liebe, aber nicht regelmäßig verwende. Wenn, dann neige ich aber dazu es zu zelebrieren und es fühlt sich ganz zu-mir-passend, richtig an.

Genau wie der Nagellack, den ich fast immer trage, der auffällt, wenn er fehlt.

Ich habe auch hier noch nicht zuende gedacht.

Veröffentlicht in Alles

4 Gedanken zu “Hosen, Kleider, ich.

  1. Aufregend! Ich bin ein Mann und wann immer ich einen Rock getragen habe, wurde das als Performance gelesen (und war auch so gemeint, das gestehe ich.) Ich beneide Frauen so sehr um die viel vieleren Wahlmöglichkeiten in Sachen Kleidung. Mir entgeht nicht, dass die theoretischen Wahlmöglichkeiten nicht mit praktischer Freiheit verwechselt werden dürfen, weil Kleidung eben gelesen wird und bestimmte Kleidung bestimmte Reaktionen wahrscheinlicher macht. Aber trotzdem: überhaupt über Kleider und Röcke nachdenken dürfen: Aufregend.

    1. Das passt ein bisschen zu dem, was ich dann statt dieesem hier bei Nicole kommentierte: es macht schon bei Kindern einen großen Unterschied, ob Mädchen weite Hosen und braun_grün_blaue Pullis tragen (wollen) oder ein kleiner Junge eine rosa Hose bzw. ein Kleid. Diese Abwertung ist traurig und wirkmächtig, es gruselt mich.

  2. Hosen an den Oberschenkeln kaputt: jede einzelne. Stattdessen dann schnell ne neue Jeans kaufen, weil man ja eine braucht, die man aber nicht mag. Und ich dachte, das sei nur mein Problem. Aber Männerabteilung ist mal eine gute Idee.

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