Müdigkeit

Gestern Abend bin ich eingeschlafen, bevor ich noch einen Text schreiben konnte, und sei er noch so kurz.
Gegen viertel nach eins bin ich vom Sofa in mein Bett umgezogen, leicht verwirrt (eben war doch noch kurz nach zehn?) und als heute morgen der Wecker klingelte, hatte ich nicht den Ansatz einer Ahnung, wie ich diese Augen aufbekommen soll.
Ich bin müde. Ich bin immer müde. Abends, wenn ich ins Bett gehen könnte eher nicht. Aber dann bin ich meistens trotzdem nicht wach genug, um noch etwas sinnvolles zu tun.
Morgens, wenn ich aufstehen muss, nachmittags, kurz bevor ich zur Schule aufbreche und Abends, wenn ich das Kind ins Bett bringe, ist es am Schlimmsten.
Das ist eine Müdigkeit, gegen die Schlafen nicht hilft. Ich schlafe genug und ich tue auch nicht zuviel.
Trotzdem strengt mich alles so an, es strengt mich an, dass ich nicht ALLES tun kann, schaffen kann, was ich möchte und eigentlich müsste. Es strengt mich an, dass ich nicht weniger schlafen können und mehr tun können kann. Es strengt mich an, immer wieder das schlechte Gewissen klein halten zu müssen. Es strengt mich an, Hilfe anzunehmen und es strengt mich an um Hilfe bitten und viel zu oft auch kämpfen zu müssen. Es strengt mich an, meine viel zu hohen Ansprüche nicht gewinnen zu lassen. Es strengt mich an, viel zu viel alleine zu sein. Es strengt mich an, mich mit Menschen zu umgeben, die mich – Achtung – anstrengen. Ich habe mit so vielen Dingen aufgehört, die mir nicht gut getan haben und sie los zu lassen ist immer noch schwer. Dass ich trotzdem nicht viel mehr Kraft habe, frustriert mich.
Es gibt so viele Ideen, die ich gerne umsetzen würde, so viele liebe Menschen, bei denen ich mich melden müsste, so viel Arbeit zu tun. Es tut mir leid: ich bin müde.
Es hilft, mich mit Menschen zu umgeben, die mir gut tun. Licht hilft, Bewegung hilft, vernünftig Essen hilft. Ich achte auf mich und passe auf. Im Moment reicht es, um nur müde zu sein, aber irgendwann werde ich auch wieder mehr Energie haben. Ganz sicher.

5 Gedanken zu “Müdigkeit

  1. Ich kenn das so gut… und dabei musst du sicher mehr stemmen als ich. Aber immerhin hast du diesen Text darüber geschrieben❤ (ich krieg ja das nicht mal hin gerade).

    PS: auch wenn es damit vermutlich nichts zu tun hat, nur um auf Nummer sicher zu gehen: regelmäßig Schilddrüse checken lassen. Die kann einen noch viel viel müder machen, wenn sie nicht richtig läuft…😉

    1. Oh, ich musste mich so sehr dazu zwingen, das zu schreiben. Trotzdem, danke❤
      Schilddrüse, ja. hab ich. Also, auch regelmäßig untersucht😉. Und Eisen. All dieser Kram. Das war letztes Jahr ziemlich schlimm, diese extreme körperliche Müdigkeit. nach dem Mandel-Blutbad, du kennst das. Aber das jetzt ist irgendwie anders.

  2. Mein Körper versucht mich mit dieser bleiernen Müdigkeit vor Situationen zu retten, die ich in Wirklichkeit nicht erleben will, in die ich mich aber meine zwingen zu müssen. Bei Treffen mit anstrengenden Menschen, bei der Lektüre autorenverliebter Bücher oder in Telefonkonferenzen werde ich unerträglich müde. Ich mag diesen Kompass. Er hilft vermeiden. Wenn man eine Wahl hat. Du brauchst eine Wahl, leelah.

    1. Natürlich hast du recht. Und es ist wahrscheinlich kein Zufall, dass ich so lange brauche zu antworten. Ich habe einfach das Gefühl, dass es noch schwerer ist Situationen auszuhalten, wenn ich mich dagegen wehre und versuche so im Moment oft einfach hinzunehmen, was eben ist. Aber eigentlich ändern sich nur die Zeichen, die mir sagen, das das so nicht stimmt. Danke❤

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