Fragmente (I)

…und dann das: eine zerzauste Schönheit in einer viel zu großen, löchrigen Strickjacke. Sie rieb die Augen, mit der Faust, unbewusst, wieder und wieder, wie ein übermüdetes Kleinkind.

 

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Sie blickte auf die Zigarette in ihrer Hand. Schmal schmiegte sie sich zwischen die Finger. Die Finger waren nicht so schmal, wie sie gerne behauptet hätte, nicht so gerade. Die Finger hatten nie ihrem Selbstbild entsprochen, ihre Hände blieben ihr immer ein wenig fremd. Fremd war auch diese Zigarette. Wie lange hatte sie nicht geraucht? Es war egal. Hier war alles egal, sie fühlte sich fast ein wenig rebellisch dabei, und furchtbar lächerlich. Was für einen Eindruck musste sie machen, alleine auf der viel zu schmalen Vortreppe. Diese Vortreppe musste dringend erneuert werden, breiter und weniger wackelig. Sie sah vor sich, wie sie aussehen könnte, und schon im nächsten Moment gefiel es ihr nicht mehr, weil es Erinnerungen verfälschte. „Blöde Kuh.“ schalt sie sich, und erschrak, als sie ihre Stimme hörte. Nicht laut, nein. Soweit war es dann doch nicht gekommen, aber sie hatte gesprochen, gezischt. Die Zigarette also. Sie wollte angezündet werden, und inhaliert.

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